Sucht

Essstörungen

Informationen über:   Magersucht   |   Ess-Brech-Sucht   |   Übergewicht   |   Esssucht

 

Unter dem Begriff Essstörungen versteht man im Wesentlichen vier Krankheitsbilder. Die Abgrenzung der einzelnen Krankheitsbilder ist schwierig, da die Übergänge fließend sind. So wird beispielsweise beobachtet, dass eine Patientin mit Magersucht auch Essattacken haben kann. Nicht selten entwickelt sich dann aus der Magersucht eine Ess-Brech-Sucht. Seltener entsteht aus der Ess-Brech-Sucht eine Magersucht.

 

Magersucht (Anorexia Nervosa):

Magersüchtige sind auffallend dünn. Sie stehen nicht mehr in Kontakt zu ihrem Körper, wichtig ist ihr Bild: MagersuchtKopf, der kontrolliert und steuert. Der Körper ist ihr Feind, der gierig und bedürftig ist und bekämpft werden muss. Die Kontrolle gibt ihnen das Gefühl, autonom und unabhängig zu sein. Betroffene kochen gern und viel für andere, essen selbst davon jedoch nichts oder täuschen das Essen vor. Magersüchtige kommen meist - von außen gesehen - aus sehr harmonisch erscheinenden Familien und hatten in dieser überbehüteten Atmosphäre keine Chance, sich selbst auszuprobieren und eine eigene Identität zu entwickeln. Im Verlauf der Erkrankung kapseln sich Betroffene immer stärker ab. Niemand ist ihnen gut genug. Schwarzweißdenken und depressive Verstimmungen machen den Umgang mit ihnen schwer. Dringender Handlungsbedarf für Angehörige und Freunde besteht, wenn Betroffene apathisch reagieren, nur noch mit leiser Stimme sprechen, kraftlos sind und bei dem kleinsten Konflikt mit Weinen reagieren. Dies sind Alarmsignale, die als ersten Schritt einen Arztbesuch nötig machen. Doch: Auffallend schlanke Menschen sind nicht automatisch magersüchtig!

 

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Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa):

Vom äußeren Erscheinungsbild her sind bulimische Frauen/Männer unauffällig, meist schlank. Auch ihr Essverhalten in der Öffentlichkeit ist eher kontrolliert. Nach außen hin funktioniert alles perfekt. Bulimie ist eine schambesetzte und heimliche Essstörung. Die Betroffenen ekeln sich vor sich selbst, haben das Gefühl abnorm zu sein. Sie tun alles, um ihre Essanfälle und das danach Folgende (Erbrechen oder Abführmittelmissbrauch) ungeschehen zu machen, um die Kalorienzufuhr zu verheimlichen. Oft entscheiden sie sich für extreme sportliche Betätigungen, die zwar viele verwundern, jedoch nicht misstrauisch machen. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es vermehrt zur sozialen Isolation und depressiven Verstimmungen. Um ihren Heißhungerattacken nachgeben zu können, vernachlässigen Betroffene häufig jegliche Interessen und den Kontakt zu anderen Menschen.

 

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Übergewicht und Adipositas:

Obwohl die Begriffe Adipositas und Übergewicht häufig synonym verwendet werden, bezeichnen sie nicht dasselbe. Adipositas liegt nur bei einem beträchtlichen Übergewicht vor, und zwar bei einem sogenannten BMI von 30 und höher. Es handelt sich dann um eine therapiebedürftige Fettleibigkeit (Adipositas).

BMI heißt Body-Mass-Index.

Dieser errechnet sich nach folgender Formel: Körpergewicht gemessen in Kilogramm geteilt durch Körperlänge gemessen in Meter zum Quadrat: BMI = kg / m2. Ein Beispiel: Jemand, der 1,70 m groß und 61 kg schwer ist, hat einen BMI von 61:(1,7x1,7) = 21,1. Die Zahl die man bei dieser Rechnung erhält, zeigt an, ob das individuelle Körpergewicht im grünen Bereich liegt.

Bei Frauen ist ein BMI von 20 - 24, bei Männern von 20 - 25 normal. Bei geringen Abweichungen bestehen keine Bedenken. Übergewicht besteht bei einem BMI von 25 - 30 (bei Frauen) und 26 - 30 (bei Männern). Hierbei besteht häufig weder eine Einschränkung der Lebensqualität noch - solange es keine ergänzenden Risikofaktoren hinzukommen - ein erhöhtes Krankheits- oder Sterberisiko.

 

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Latente Esssucht (Bing Eating Disorder):

Betroffen sind Menschen, die ständig Probleme mit ihrem Gewicht haben, die immer wieder eine Diät ausprobieren und anschließend wieder zunehmen.

Bild: latente EsssuchtDoch wo hört die gesunde Ernährungsweise auf und wo fängt die Essstörung an? Die Grenzen sind fließend. Häufig ist die latente Esssucht der Einstieg in eine wirklich massive Essstörung. Natürlich sind nicht alle Menschen die ihr Gewicht kontrollieren, latent esssüchtig. Es ist aber Zeit etwas zu verändern, wenn man immer in der Angst vor einer Gewichtszunahme lebt, wenn man nicht mehr auf die eigenen Bedürfnisse und Körpersignale hört und wenn man nicht mehr entspannt essen und genießen kann. Weil nach jeder Diät das Gewicht wie vorprogrammiert wieder nach oben schießt, besteht die Gefahr, dass die Betroffenen irgendwann den Entschluss fassen, das nächste Mal noch strikter zu hungern oder nach dem Essen zu erbrechen. Das wäre dann der Einstieg in eine noch schlimmere Essstörung.

 

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