Sucht

Medikamentenkonsum

Medikamente sind synthetische oder natürliche Stoffe, mit denen die Beschaffenheit, der Zustand oder die Funktion des menschlichen Körpers bzw. seelischer Zustände im heilenden Sinne beeinflusst werden können. Medikamente können aber auch wie Alkohol zur Abhängigkeit und zu körperlichen und seelischen Störungen führen. Ein erster Schritt in Richtung einer Abhängigkeit von Medikamenten zeigt sich häufig durch die Dosissteigerung. Oft wird das (spätere) Suchtmittel während einer ärztlichen Behandlung kennen gelernt, und die Einnahme erscheint auch bei selbständiger Fortsetzung "legitimiert". Medikamentenabhängigkeit bleibt in der Regel lange ohne Behandlung.

Die Gesellschaft nimmt daher Suchtkranke vor allem im Zusammenhang mit Alkohol und so genannten Rauschgiften zur Kenntnis. Weniger registriert werden Menschen, die von Medikamenten abhängig sind. Und das sind nicht Wenige! Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), gab es 2004 etwa 1,4 - 1,5 Millionen Medikamentenabhängige. Die Dunkelziffer schätzen die Experten weitaus höher. Rund 1,1 Mio. Menschen sind von Benzodiazepinderivaten abhängig, weitere etwa 300.000 Menschen von anderen Arzneimitteln. Medikamentenabhängigkeit rangiere nach dem Alkoholismus auf Platz 2 der Sucht-Krankheiten. Von Medikamenten-Abhängigkeit sind vor allem Frauen betroffen.

Für den Landkreis Lörrach heruntergerechnet bedeutet dies ca. 6.500 Medikamentenabhängige.

Gegenüber dem Jahr 2001 ist der Absatz von Arzneimitteln relativ konstant geblieben. Der Pro-Kopf-Umsatz lag bei 19,6 Packungen. Umgerechnet entfallen auf jeden Einwohner in der Bundesrepublik etwa 1200 Tabletten, Kapseln, Zäpfchen oder Dosierungen anderer Zubereitungen.

Es gibt verschiedene Medikamentengruppen, die süchtigmachende Stoffe enthalten. Das sind nach Angaben der DHS:

  • Schmerzmittel
  • Hustenmittel
  • Schlafmittel
  • Beruhigungsmittel
  • Aufputschmittel.

80 Prozent der 1,4 Millionen Medikamentenabhängigen in Deutschland sind nach Angaben der DHS süchtig nach Benzodiazepinderivaten. Sie finden sich u.a. in Präparaten zur Behandlung von Erregungs- und Angstzuständen sowie Medikamenten zur Regulierung von Schlafstörungen. Benzodiazepine sind immer verschreibungspflichtig.

 

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